Informationen zum Unternehmen
Name ExxonMobil Corp.
ISIN US30231G1022
Website http://corporate.exxonmobil.com/en/company/about-us 
Konflikte
Erläuterung

ExxonMobil ist einer der größten Mineralölkonzerne weltweit. Zu den Geschäftstätigkeiten zählen die Exploration, Förderung und Raffinerie sowie der Groß- und Einzelhandel (z.B. durch Esso Tankstellen) von Öl und Gas. 

2020 betrug die Förderleistung 1576 Millionen Barrel Öläquivalent (=mmboe). Die Öl- und Gasproduktion stammt zu 36% aus unkonventionellen Quellen, d.h. das Öl bzw. Gas wird beispielsweise durch Fracking, aus Teersanden oder in der Arktis gefördert. Darüber hinaus will das Unternehmen in den nächsten Jahren 7388 Millionen Barrel Öläquivalent (mmboe) an neuen Öl- und Gasressourcen erschließen. Außerdem hat das Unternehmen 2019 bis 2021 durchschnittlich 1616 Mio. USD jährlich in Explorationsvorhaben für neue Öl- und Gasressourcen investiert.

Zudem ist Exxon Mobil Corporation im Midstream-Sektor für Öl und Gas aktiv. Das Unternehmen plant oder realisiert neue Pipelines mit einer Länge von 384 km. Außerdem plant das Unternehmen LNG-Terminals mit einer jährlichen Kapazität von 18 Millionen Tonnen (Mtpa).

Neue Infrastrukturprojekte im Midstreambereich wie Pipelines oder Flüssiggasanlagen erhöhen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und begünstigen oftmals neue Extraktionsprojekte in ihrer Nähe.

Alle Daten zu Öl und Gas laut der urgewald Global Oil & Gas Exit List (GOGEL, Stand: November 2021).

ExxonMobil gehört zu den größten Emittenten von Treibhausgasen, wie die Climate Action 100+ festgestellt hat. Die Initiative 'Climate Action 100+' ist ein Zusammenschluss von Investoren, die gemeinsam auf Unternehmen einwirken wollen, dass diese bis 2050 'net-zero' Emissionen erreichen. Die Investoren konzentrieren sich auf derzeit 166 Unternehmen aus 6 Sektoren. Die Unternehmen wurden ausgewählt, weil sie zusammen mehr als 80% der industriellen Emissionen weltweit verursachen und daher besonders bedeutsam für den Übergang zu einer emissionsfreien Wirtschaft und der Begrenzung der globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius sind. Nach den Daten der CA100+ Initiative lösen die kurzfristigen Reduktionsziele von ExxonMobil bis 2025 das Pariser Klimaabkommen und das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, aber nicht ein. Dies ist jedoch notwendig, denn, wie der IPCC-Bericht von 2022 festhält: `Die Welt blickt mehreren unausweichlichen Klimakatastrophen in den nächsten zwei Dekaden entgegen, auch wenn sich die Erde nur um 1,5 Grad C (2.7 Grad F) erwärmt. Selbst zeitweise Überschreitungen werden weitere katastrophale Folgen haben.´ Jede einzelne Tonne weiterer Emissionen trägt zum Klimawandel bei, und deshalb müssen auch Unternehmen wie ExxonMobil jetzt ihren Teil dazu beitragen. 

Laut dem Plastic Waste Makers Index gehört das Unternehmen zu den 100 größten Polymer-Produzenten der Welt. Diese 100 Unternehmen produzieren 90 Prozent aller weltweit anfallenden Einwegplastikabfälle. ExxonMobil ist für 5,9 Millionen Tonnen Einweg-Plastikabfälle verantwortlich. Plastik ist aufgrund seiner umweltschädlichen Herstellung (aus fossilen Brennstoffen) und nicht ausreichender Wiederverwertbarkeit nach der Verwendung eine Belastung für Ökosysteme. Darüber hinaus landen Kunststoffabfälle in der Luft (insb. durch Verbrennung), im Boden und im Trinkwasser, wodurch die bei der Kunststoffproduktion verwendeten Chemikalien und Mikrokunststoffe in die Nahrungskette und schließlich in den menschlichen Körper gelangen können. Dadurch können Menschen Gesundheitsproblemen (z.B. Krebsrisiken, Nierenproblemen) ausgesetzt sein. Die Plastikproduktion macht auf ihrem derzeitigen Wachstumspfad bis 2050 über 10 Prozent des gesamten zur Verfügung stehenden CO2-Budgets aus. 

Illegale Landnutzung (Papua-Neuguinea): Dem Unternehmen wird außerdem vorgeworfen, sich in Papua-Neuguinea illegal das Land der indigenen Gruppe der Tuganda angeeignet zu haben. Auf diesem Land befindet sich ein Flüssigerdgas (LNG)-Projekt. Die Tuganda haben hierzu keine Zustimmung gegeben, sodass Exxon Mobil illegal auf deren Privateigentum operiert. Ordnungsgemäße Verfahren wurden ignoriert. So seien beispielsweise Lizenzgebühren an Gemeinden in der Nähe der Anlage nicht gezahlt worden. Die CHBR vergibt 0 Punkte in Bezug auf den Umgang von Exxon Mobile gem. dem Indikator E(.)3. Exxon ist weder mit den Betroffenen in Kontakt getreten ist, noch sind ihnen Entschädigungszahlungen angeboten worden und auch nicht die eigenen Unternehmenspraxen nachweislich verändert.

Menschenrechtsverletzungen (Indonesien): Dem Unternehmen wird vorgeworfen, es habe schon in den 1990er Jahren die brutale Niederschlagung von Aufständen in der Aceh Region, Indonesien, unterstützt. Dabei kam es zu Mord, Folter und Vergewaltigung. Das dazu eingesetzte indonesische Militär soll nicht nur Weisung von ExxonMobil erhalten haben, sondern auch materiell unterstützt worden sein. Diesbezüglich wurde im Jahr 2001 von 11 Indonesiern eine Klage eingereicht, mit der das Unternehmen für diese Menschenrechtsverletzungen vor einem US-Gericht haftbar gemacht werden soll. Dazu hat ein US-Bundesgericht im Jahr 2015 entschieden, dass die Ansprüche der Kläger die Vereinigten Staaten ausreichend berühren und betreffen, sodass die vorliegenden Fälle vor einem US-Gericht verhandelt werden können. Die CHBR vergibt 0 Punkte in Bezug auf den Umgang von Exxon Mobile gem. dem Indikator E(.)3. Exxon streitet die Vorfälle zwar nicht ab, aber bestreitet selbst involviert gewesen zu sein und hat daher weder Entschädigungen an die Opfer gezahlt, noch Managementsysteme implementiert um künftig solche Tragödien zu vermeiden.

Arbeitsrechtsverletzung (USA): Dem Unternehmen wird vorgeworfen Patienten aus eine Drogensucht-Rehabilitierungsprogramm auf seinen Anlagen ohne Lohn anzustellen. Das Suchthilfe Programm setzt auf Arbeit als Therapie gegen Sucht, jedoch ist lohnfreie Arbeit in dem Ausmaß (ein Arbeiter berichtet von 10 Std. in einer Raffinerie) nach US-Arbeitsgesetz nicht zulässig. Die CHBR vergibt 0,5 Punkte in Bezug auf den Umgang von Exxon Mobile gem. dem Indikator E(.)3. Exxon streitet die Vorfälle zwar ab und hat daher weder Entschädigungen an die Betroffenen gezahlt, jedoch wurden Managementsysteme implementiert um künftig solche Zustände zu vermeiden. Exxon betont, sich an den Zielen der 1998er Deklaration der International Labour Organisation (ILO) zu orientieren.

Menschenrechtsverletzungen (Irak): Exxon Mobil wird von jesidischen Politikern vorgeworfen Proteste auf dem Firmengelände gewaltsam durch Sicherheitsfirmen zerschlagen zu haben, wobei zwei Protestierende zu Tode kamen. Auch wird Exxon vorgeworfen in der autonomen Region Kurdistan für die Vertreibung von tausenden Jesiden verantwortlich zu sein. Die CHBR vergibt 0,5 Punkte in Bezug auf den Umgang von Exxon Mobile gem. dem Indikator E(.)3. Exxon ist weder mit den Betroffenen in Kontakt getreten, noch wurden Entschädigungszahlungen angeboten, aber die eigenen Unternehmenspraxen wurde nachweislich so gestaltet, dass es in Zukunft nicht mehr so einfach zu solchen Vorfällen kommen soll.

Quellen Global Oil and Gas Exit List (GOGEL) von urgewald (Stand: November 2021)
Climate Action 100+
IPCC Presseerklärung, 28. Februar 2022
Plastic Waste Makers Index (Stand: Okt. 2021)
Corporate Human Rights Benchmark 2019
Anzahl laufender Anleihen 245
Anzahl beinhaltender Fonds 164
Fonds, die Aktien oder Anleihen des Unternehmens halten
ISIN des Fonds Name Bemerkung Gesamthöhe kontroverser Unternehmensbeteiligungen Höhe der Beteiligung in ExxonMobil Corp.
DE0005152789 SK CorporateBond Invest Deka
13.03%
0.58%
DE0005314462 UniRak -net-
17.43%
0.05%
DE0006289382 iShares Dow Jones Global Titans 50 (DE)
47.92%
1.95%
DE0008471020 Fondis - A - EUR
25.58%
1.01%
DE0008474123 DWS Global Natural Resources Equity Typ O
60.97%
5.9%
DE0009752519 UBS (D) Rent - International
8.64%
0.94%
DE0009769638 CONVEST 21 VL - A - EUR
25.52%
1.01%
DE000A0D8Q49 iShares Dow Jones U.S. Select Dividend (DE)
36.76%
1.47%
DE000A1C81D8 UniRak Konservativ-net-A
14.88%
0.14%
DE000A1JSXE3 Bachelier UI
19.83%
0.32%