Informationen zum Unternehmen
Name Glencore plc
ISIN JE00B4T3BW64
US37827X1000
AU000000MIM6
Website https://www.glencore.com/
Konflikte
Erläuterung

Glencore plc ist ein Hersteller und Vermarkter von Rohstoffen wie Metallen und Mineralien, Energieprodukten und Agrarprodukten. Das Segment Metalle und Mineralien ist in der Produktion und Vermarktung von Kupfer, Zink/Blei, Nickel, Ferrolegierungen, Aluminiumoxid/Aluminium und Eisenerz tätig. Es ist auch an Industrieanlagen beteiligt, zu denen Bergbau, Verhüttung, Raffination und Lagerhaltung gehören. Das Segment Energieprodukte umfasst den Kohlebergbau und die Ölförderung sowie Investitionen in strategische Umschlag-, Lager- und Frachtausrüstungen und -anlagen. Glencore ist der umsatzstärkste Konzern der Schweiz und die weltweit größte Unternehmensgruppe im Rohstoffhandel.

Arbeitsrechtsverletzungen (DRK): Laut Reuters kam es 2019 zu einem Erdrutsch in einer von Glencore kontrollierten Mine in der DRK, wobei 43 MinenarbeiterInnen ums Leben kamen. Glencore gibt die Schuld an dem Erdrutsch illegalen MinenarbeiterInnen, welche sich unbefugt täglich Zugang zu der Mine verschaffen. Die CHBR vergibt für den Umgang mit den Anschuldigungen eine Punktzahl von 0,5 gem. dem Indikator E(.)3, da Glencore zwar die lokalen Behörden bei der Suche nach Überlebenden unterstützt habe, aber den Betroffenen keine Entschädigung gezahlt und auch keine präventiven Managementsysteme implementiert habe, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern.

Unterdrückung von Gewerkschaftsaktivitäten in der Lieferkette (Kolumbien): Glencore wird der Zerschlagung von Gewerkschaften in Kolumbien beschuldigt. So soll beispielsweise das Recht auf Vereinigungsfreiheit in einem Bergwerk in Calenturitas verletzt worden sein, indem Gewerkschaftsführer*innen und -mitglieder diskriminiert, das Recht der Beschäftigten auf freie Wahl ihrer Gewerkschaftszugehörigkeit beeinträchtigt und der Tarifverhandlungsprozess untergraben wurde. Die Unternehmensleitung änderte angeblich Schichten oder Positionen von Gewerkschaftsmitgliedern und habe drastische Disziplinarmaßnahmen angewendet - einschließlich Entlassungen oder mehrfacher Suspendierung wegen desselben Vergehens - oder Gewerkschafter in bezahlten Urlaub geschickt, um ihre Präsenz zu verringern. Glencore soll Gewerkschaftsmitglieder durch eine Kombination aus Drohungen und dubiosen Anreizen zum Austritt aus der Gewerkschaft bewogen haben. Die Gewerkschaft behauptete, dass das Recht auf menschenwürdige Arbeit damit untergraben und die Löhne und Gehälter beeinträchtigt würden. Die CHRB vergibt in Bezug auf Glencore’s Umgang mit den Anschuldigungen eine Punktzahl von 0,5 gem. dem Indikator E(.)3, da zwar Einigungen mit der entsprechenden Gewerkschaft erreicht wurden, aber diese gehen nicht weit genug, da befristete Arbeitskräfte ausgenommen sind. Auch wurden keine präventiven Managementsysteme implementiert.

Umweltverschmutzung (Kolumbien): Am 21. August 2017 setzte das kolumbianische Verfassungsgericht die Genehmigung, welche das Joint Venture aus Anglo American, BHP und Glencore für die Mine El Cerrejón zur Umleitung eines Flusses bekam, wegen unzureichender Berücksichtigung der örtlichen indigenen Gruppen aus. Im November stellte das Gericht fest, dass die Umleitung des Flusses die Grundrechte bedrohe.  Auch war die Mine El Cerrejón in der Gegend um Guajira geplant, einer Gegend, die aus 87 Prozent Wüste besteht. Das Betreiben der Mine hätte schätzungsweise täglich 24 Millionen Liter Wasser verbraucht, während die lokale Bevölkerung gleichzeitig unter einem dramatischen Wassermangel leidet. Berichten zufolge hat dieser in den in den letzten zwei Jahren zum Tod von Hunderten Kindern aufgrund von Unterernährung und durch Wasserknappheit verursachten Krankheiten geführt. 2019 kam es aufgrund der Änderung der Umweltverordnung für die Mine zu Protesten und einer Klage der afro-indigene Gemeinschaften in der Region um die Mine. Schätzungen zufolge würde eine Erweiterung der Mine die Ernährungssicherheit gefährden und die humanitäre Krise, welche aufgrund der Wasserknappheit schon seit dem Bau der Mine existiert, weiter verschärfen.Die CHRB vergibt in Bezug auf Glencore’s Umgang mit den Anschuldigungen eine Punktzahl von 0,5 gem. dem Indikator E(.)3, da zwar der Dialog mit den Betroffenen über Umsiedelung, Wasserknappheit und Entschädigungszahlungen angelaufen sei. Aber es kam bis dato zu keiner Einigung und auch wurden keine präventiven Managementsysteme implementiert um ähnliche Fälle zukünftig zu verhindern.

Quellen Entscheidung zum Ausschluss des Unternehmens, Mai 2020
Grundlage zum Ausschluss des Unternehmens, Mai 2020
Ausschlussliste des Norwegischen Pensionsfonds (Stand: September 2021)
The Global Coal Exit List (GCEL) von urgewald (Stand: Okt. 2021)
Corporate Human Rights Benchmark 2019
Anzahl laufender Anleihen 32
Anzahl beinhaltender Fonds 138
Fonds, die Aktien oder Anleihen des Unternehmens halten
ISIN des Fonds Name Bemerkung Gesamthöhe kontroverser Unternehmensbeteiligungen Höhe der Beteiligung in Glencore plc
AT0000819487 Apollo Nachhaltig Euro Corporate Bond A ESG-Fonds (lt. Lipper)
7.17%
0.32%
DE0002635307 iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE)
24.84%
0.62%
DE0005152789 SK CorporateBond Invest Deka
13.03%
0.37%
DE0005320097 LINGOHR-EUROPA-SYSTEMATIC-INVEST
20.08%
1.39%
DE0005326144 LBBW RentaMax R FairFinanceGuide
10.27%
0.91%
DE0005933980 iShares STOXX Europe Large 200 UCITS ETF (DE)
28.92%
0.78%
DE0007019416 Deka-Institutionell Renten Europa
2.97%
0.9%
DE0008474123 DWS Global Natural Resources Equity Typ O
60.97%
5.35%
DE0008479247 Deka-Europa Aktien Strategie
23.34%
1.15%
DE0009774794 LINGOHR-SYSTEMATIC-INVEST
15.96%
0.52%